Die Privatisierung der Wasserversorgung

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Wasser wird zu einem der gewinnträchtigsten Rohstoffe des neuen Jahrtausends. Strom und Gas sind weitgehend verteilt, jetzt liefern sich die Multis einen heißen Kampf um den Wassermarkt. Ohne privates Kapital kann das Problem der globalen Wasserversorgung nicht gelöst werden. Daher appellieren IWF und Weltbank schon seit Jahren an alle Länder auf allen Kontinenten, die Privatisierung ihrer Wasserversorgung zügig voranzutreiben. Der Einsatz lohnt, es geht um ein Milliardengeschäft. Trinkwasser ist ein knappes Gut. Angesichts steigender Nachfrage sind Gewinne programmiert. Die Engländer waren Ende der 80er Jahre die ersten, die ihre 3500 lokalen Wasserversorger privatisierten. Schon sechs Jahre später fällten Studien der Universitäten Manchester und Greenwich ein vernichtendes Urteil: Die Verbraucherpreise waren um 50 Prozent gestiegen, die Direktorengehälter ebenfalls und der Börsenwert der Wasserbetriebe verdreifachte sich. In Deutschland ist die Wasserwirtschaft bis auf wenige Ausnahmen noch in kommunaler oder staatlicher Hand. Doch dies soll sich schon bald ändern. Das Wirtschaftsministerium und die Energielobby drängen darauf, den deutschen Wasserkonzernen den Rücken auf dem Weltmarkt zu stärken. Auch das Tafelwasser in Plastikflaschen wird weltweit von den gleichen Global Playern der privaten Wasserversorgung vertrieben. Tendenz steigend. Ein Menschheitserbe, das Jahrhunderte alte Tiefenwasser aus unterirdischen Reservoirs, wird von einigen wenigen Privatunternehmen kommerziell verteilt.

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