Drei Jahre lang war der erfahrene Naturfilmer Karlheinz Baumann, zusammen mit Autor Volker Arzt, auf Pilzsuche. In den Wäldern Australiens und Amerikas. In der flirrend heißen Wüste und der eisigen Arktis. Und natürlich im Wald vor der Haustüre. Wo immer Baumann fündig wurde, ist es dank seiner außergewöhnlichen Kameraarbeit vorbei mit der beschaulich geruhsamen Welt der Pilze. Dann schießen sie tatsächlich aus dem Boden; dann spannen sie energisch ihre Schirme auf oder fallen Pflanzen und Tiere an. Baumann nimmt uns mit in den Untergrund, wo Pilze als "Fadenwesen" ein verworrenes und finsteres Leben führen. Er entführt uns ins Innere morscher Bäume, um den Aufmarsch der Holzpilze zu erleben. Und er lässt uns teilhaben an einer Geheimrezeptur aus Birkenpilzen. Pilze sind keine Pflanzen; sie können sich nicht von Sonnenenergie ernähren. Sie setzen ganz auf Chemie und produzieren ein Arsenal hochaktiver Substanzen, um Nährstoffe und Mineralien aus den unterschiedlichsten Böden herauszulösen. Manche ihrer Chemieprodukte sind für uns giftig, andere wirken heilend oder berauschend. Wieder andere sorgen für Würze und Aroma. Verständlich, dass Pilze aus der menschlichen Kulturgeschichte nicht weg zu denken sind: Schon der Eismensch Ötzi trug einen Pilz am Lederband um den Hals. Als Droge? Als Talisman? Vieles spricht dafür, dass er zu Ötzis Hausapotheke gehörte als probates Mittel gegen Magenschmerzen. Ein unscheinbarer Getreidepilz hingegen vergiftete Millionen von Menschen: verdorrte Gliedmaßen; Wahnvorstellungen; schließlich ein qualvoller Tod. Der Isenheimer Altar in Colmar erzählt noch heute von dieser Plage des Mittelalters. Sie galt als Strafe Gottes, bis man, Jahrhunderte später, den Mutterkornpilz als Übeltäter erkannte. Pilze sind Meister der Chemie. Und sie sind Meister der Zusammenarbeit. Sie kooperieren mit mikroskopisch kleinen Algen und werden so zu widerstandsfähigen "Mischwesen", die selbst arktischer Kälte und glühender Hitze trotzen. Sie werden zu Flechten: 90 Prozent des Flechtenorganismus bestehen aus Pilzfäden, 10 Prozent aus Algen. Das Zusammenspiel klappt wunderbar
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Doku - Die Wunderbarte Welt der Pilze
Drei Jahre lang war der erfahrene Naturfilmer Karlheinz Baumann, zusammen mit Autor Volker Arzt, auf Pilzsuche. In den Wäldern Australiens und Amerikas. In der flirrend heißen Wüste und der eisigen Arktis. Und natürlich im Wald vor der Haustüre. Wo immer Baumann fündig wurde, ist es dank seiner außergewöhnlichen Kameraarbeit vorbei mit der beschaulich geruhsamen Welt der Pilze. Dann schießen sie tatsächlich aus dem Boden; dann spannen sie energisch ihre Schirme auf oder fallen Pflanzen und Tiere an. Baumann nimmt uns mit in den Untergrund, wo Pilze als "Fadenwesen" ein verworrenes und finsteres Leben führen. Er entführt uns ins Innere morscher Bäume, um den Aufmarsch der Holzpilze zu erleben. Und er lässt uns teilhaben an einer Geheimrezeptur aus Birkenpilzen. Pilze sind keine Pflanzen; sie können sich nicht von Sonnenenergie ernähren. Sie setzen ganz auf Chemie und produzieren ein Arsenal hochaktiver Substanzen, um Nährstoffe und Mineralien aus den unterschiedlichsten Böden herauszulösen. Manche ihrer Chemieprodukte sind für uns giftig, andere wirken heilend oder berauschend. Wieder andere sorgen für Würze und Aroma. Verständlich, dass Pilze aus der menschlichen Kulturgeschichte nicht weg zu denken sind: Schon der Eismensch Ötzi trug einen Pilz am Lederband um den Hals. Als Droge? Als Talisman? Vieles spricht dafür, dass er zu Ötzis Hausapotheke gehörte als probates Mittel gegen Magenschmerzen. Ein unscheinbarer Getreidepilz hingegen vergiftete Millionen von Menschen: verdorrte Gliedmaßen; Wahnvorstellungen; schließlich ein qualvoller Tod. Der Isenheimer Altar in Colmar erzählt noch heute von dieser Plage des Mittelalters. Sie galt als Strafe Gottes, bis man, Jahrhunderte später, den Mutterkornpilz als Übeltäter erkannte. Pilze sind Meister der Chemie. Und sie sind Meister der Zusammenarbeit. Sie kooperieren mit mikroskopisch kleinen Algen und werden so zu widerstandsfähigen "Mischwesen", die selbst arktischer Kälte und glühender Hitze trotzen. Sie werden zu Flechten: 90 Prozent des Flechtenorganismus bestehen aus Pilzfäden, 10 Prozent aus Algen. Das Zusammenspiel klappt wunderbar
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